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   <title>solverat.com - nachgedacht</title>
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	<description>solverat.com | art | nachgedacht</description>
	<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 23:39:20 +0000</pubDate>
	<language>de</language>
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    <item>
    <title>Nr 49</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, damals mit meiner ersten Liebe<br><br>
    

   Wir waren in einem Haus, einem großen Haus mit viel Platz und großen Wiesen ringsherum.<br />Ich war mit ihr seit einem Monat zusammen, sie war meine erste richtige Freundin. <br /><br />Wir standen auf dem Balkon und rauchten eine Zigarette. Es war glühend heiß, die Sonne brannte erbarmungslos auf den Betonboden. Wir standen barfuß abwechselnd auf einem Bein um uns nicht zu verbrennen. Sie hielt mich alle zwei Sekunden am Arm, damit sie nicht umkippte. Die Schindeln an der Hauswand rochen nach warmem Holz und waren von der Sonne schwarz gebrannt. Das kupferrote Geländer durfte man nicht anfassen, ansonsten hätte man sich Verbrennungen höchsten Grades eingeholt.<br /><br />Sie lachte, warf die Zigarette über den Balkon und sprang in das Zimmer zurück. Drinnen war es kühl und ein Windzug machte den Aufenthalt angenehm. Sie küsste mich und zerrte mich nach unten in den schattigen Garten. Alles war offen und so warm. Der Rasen war frisch geschnitten, wenn man ihn betrat hatte man kurze Grashalme zwischen den Zehen.<br />Wir liefen weiter, auf die große Wiese weiter hinten. Das Gras war dort unberührt und hüfthoch. Sie lag sich kichernd mitten in die Wiese. Ich lag mich neben sie. Es war ein Steilhang und die Wiese war riesig. Man hörte die Grillen direkt neben dem Ohr zirpen. Wir küssten uns. Ihre Haut war heiß und trocken.<br /> <br />Wir lagen da, sicherlich eine Stunde und ließen uns von der Sonne verbrennen. <br />Erst als sie hinter ein paar Wolken verschwand, setzten wir uns auf. Leichtes Schwindelgefühl überkam mich und ich hatte orange-rote Farben vor meinen Augen.<br /><br />Wir standen auf und gingen zurück ins Haus.<br /><br /><small>geschrieben und zurückgedacht, 2003</small>]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Wed, 17 Jun 2009 23:39:20 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 45</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, april 2009<br><br>
    

   Nur wer sich sehnt, bleibt schaffend.<br />--<br /><br />Die Dummheit ist glücklich.<br /><br />--<br /><br />Als die große Liebe von mir ging, starb etwas in mir. Und seitdem ist alles um mich herum in Nebel getaucht. Ich bin zu einem gefühlskalten Monster mutiert und bekomme stets einen neuen Hass auf sie, denn sie nahm mir die Hingabe, das Vertrauen und füllte mich mit unendlicher Apathie. Ich geb ihr die Schuld für meine Unfähigkeit. <br /><br />Unfähig zu lieben. Und irgendwann -so bin ich mir sicher - werde ich auch des Lebens unfähig sein. <br /><br />Und anstatt mich mit meinen Trümmern allein zu lassen, versucht sie immer wieder in mein Leben einzudringen, will in meiner Verzweiflung herumstochern, will Vergangenes immerfort in den Mund nehmen um ihre erschlagende Macht zu erhalten. <br />Ich will rennen bis ans Ende der Welt. <br /><br />--<br /><br />Ich nehme mir den Hochmut und behaupte tatsächlich, den Unsinn des Lebens gefunden zu haben: Er liegt in der Erwartung der Glückseligkeit. Denn sie ist widersprüchlichste Täuschung in Perfektion. Glaubt man sie gefunden zu haben, wird man unzufrieden mit ihr. Verlässt sie einen nur wenige Stunden, sehnt man sich nach nichts mehr als nach ihrer schillernden Anwesenheit. <br /><br /><br /><br />]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Wed, 27 May 2009 20:02:40 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 46</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, in Liebe<br><br>
    

   Denn: Um so schöner der Anfang desto schwieriger wird die Fortsetzung. <br /><br />--<br /><br />"Die Welt um mich herum ist auf zwei, drei Schritte zusammengeschrumpft. <br />Halbherzig erledige ich alle Dinge, nur um so schnell wie möglich in Deiner Nähe zu sein. In meinem Kopf existiert nichts mehr ohne Dich.<br />Das beginnt bei der Tasse Kaffee am Morgen und endet beim Kopfkissen zurechtrücken am Abend." <br /><small>Stefan, wenn er verliebt war.</small><br /><br />--<br /><br />Es fällt mir schwer, ein "das hab ich noch nie erlebt" hinzuzufügen. Ich möchte, dass kein einziges Wort von mir, welches ich an Dich richte, abgedroschen und klischeebehaftet klingt. Ich möchte Dir eine absolut einzigartige Hingabe schenken.<br /><br />So fällt mir nichts einfacher, als Dir zu schreiben, an Dich zu denken, oder ein paar Töne für Dich zu spielen.<br /><br />Dafür ist das Leben an sich zu einem schwierigen Unterfangen geworden, welches mich ohne deine Anwesenheit beinahe erdrückt.<br /><small>Stefan, wenn er verliebt war.</small><br /><br /><br />]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Sun, 24 May 2009 12:41:21 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 47</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, auf der couch<br><br>
    

   Die Liebe des Lebens erkennt man erst am Ende des Lebens.<br />Alles andere wäre eine voreilige Behauptung.<br /><br />Schlimm genug, wenn man dann sagen muss, man hat sie nie getroffen, gibt es aber eine noch wesentlich schlimmere Tatsache: Wenn man erkennt, dass die Liebe des Lebens eine längst vergangene war und man sie hätte nicht gehen lassen sollen.<br /><br />Zum Glück erlebt man diese Schmach aber erst ganz am Schluss. <br />Kurz vor dem großen Ende.]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Wed, 13 May 2009 21:13:06 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 44</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, irgendwann<br><br>
    

   Ich antwortete letztens auf wunderbare Worte einer längst vergessenen Zeit:<br /><i><br />Es gibt Tage, die erdrücken mich mit ihrem belanglosen Dasein. Es gibt Tage, die sind so wie sie sind - und ich versuche aus dem Nutzlosen etwas zu formen. Zwar immer schwer bepackt mit einseitiger Melancholie, aber so soll es eben sein.<br /><br />Und dann gibt es diese Minuten. Diese Momente.<br />Ich wage zu behaupten, dass dieses Erlebnis einem höchstens drei oder vier Mal im Leben widerfährt.<br /><br />Der Tag, welcher eben diese Kurzzeit versteckt bei sich trägt, er ganz unauffällig den Weg entlang spaziert, plötzlich vor mir steht und mich wissen lässt: Jetzt wird alles schön.<br /><br />Genau das ist passiert, als ich Ihre Zeilen las. Ich hab sie sogleich noch einmal gelesen. Und noch einmal. Doch die Sätze veränderten sich nicht. Sie blieben an ihrem wunderschönen Platz.<br /><br />Lang ist's her, meine Liebe.<br />Und Sie sind so erwachsen geworden - wie tollkühn Sie mir hier mit ihren Worten in meinem Kopf herumschneiden.<br /><br />Ich sage Danke. Danke. Danke. <br /><br />Ich fühl mich verloren durch die Tage getrieben, die letzten Wochen sind überzogen von einer einsamen Pest und ich krieg sie nicht gebändigt - trotz Frühling und Sonne.<br />Ihre Worte sind also ein Gegenmittel, welches anschlägt. Was für ein Tag! Ich genese in Ihren Sätzen. Ich walle in Freude. Zwar nur zwölf Zeilen lang, doch wie bereits erwähnt: Dieser Moment existiert nur sehr selten im Leben, ich genieße diese kurze Liebelei also in vollen Zügen.<br /><br />Ich beende meinen Brief an Sie voller Stolz: Ich bin glücklich, gerade eben.<br /><br /><br />Verloren und gefunden zugleich, ganz bestimmt aber mit einem liebsten Gruß.<br /><br /></i>]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Sat, 09 May 2009 19:22:45 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 42</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, mit der zeit<br><br>
    

   Sie nannte mich "ein emotionales Monster".<br />Ich hatte sie falsch verstanden, so nannte sie das Bier.<br />Mein neuer Name soll es trotzdem sein.<br /><br />--<br /><br />Jeden Tag versuche ich erneut etwas zu beweisen.<br />Ich weiß nur nicht wem.<br /><br />--<br /><br />Ich wäre am liebsten mit gar nichts im Niemandsland. <br />Wenn ich meine Liebe dabei hätte.<br /><br />--<br /><br />Sie: <i>"Schreiben Sie eine Heiratsanzeige! Jeder kann eine Liebe haben, wenn er will."</i><br />Ich: <i>"Verarschen ist ein Vergnügen, welches ich nur mir selbst bereite.</i><br />Sie: <i>"Ich versuche nicht, Sie zu verarschen. Ich versuche lediglich, Sie auf die kleinen Dinge im Leben aufmerksam zu machen. Kleine Dinge, die glücklich machen können, wenn man sie nur sieht."</i><br />Ich: <i>"Pah. Ich will die ganz große Liebe. Jetzt sofort!"</i><br />Sie: <i>"Wie wollen Sie ein solch großes Projekt wie die Liebe bewältigen, wenn Sie die kleinen Liebesdinge nicht beherrschen?"</i>]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Thu, 07 May 2009 22:59:44 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 43</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, april 2009<br><br>
    

   Das Leben geht keinen Schritt, ohne andere zu schlagen; mein Leben nicht, ohne andere zu schlagen : <br /><br /><i>vulnerant omnes, ultima necat </i><br /><small>(alle verwunden, die letzte tötet) - las ich auf den Stunden einer Sonnenuhr.</small><br /><br />aus:  Gottfried Benns offener Brief an Pohl.<br /><br />]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Wed, 08 Apr 2009 10:58:11 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 41</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, mit der zeit<br><br>
    

   Mit Schrecken musste ich heute Morgen feststellen, <br />mit welcher Belanglosigkeit ich den Tag beschreite. <br />Wenn andere gerade sehen könnten, wie gelangweilt ich ihnen meine Aufmerksamkeit schenke, würden sie mich ohrfeigen wollen. <br /><br />Ich empfinde nichts in meinem Dasein,  versuche verzweifelt meine Resignation in der Arbeit zu ertränken.<br /><br />--<br /><br />Ich muss mich mehr um die Menschen kümmern, die sich bemühen mich zu lieben. Weil diese Menschen nicht aus meinem Freundeskreis stammen (dessen Existenz ich Tag für Tag mehr bezweifle), verschmäh ich zu oft die Situation und übersehe die wunderbare Hingabe manch wunderbarer Wesen.<br /><br />--<br /><br />Es gibt Tage, da wär ich verdammt noch mal gerne verliebt. ]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 23:56:32 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 40</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, mit der zeit<br><br>
    

   An der Öffentlichkeit muss man alles rechtfertigen.<br />Die da draußen durchschauen nämlich rein gar nichts.<br /><br />--<br /><br />Glumm schrieb <a href="http://500beine.myblog.de/500beine/art/302110796/Auf-Verlagssuche">drüben</a>: <i><br />"Schreiben sollte doch ein Freund sein", dachte ich, "der neben einem am Tresen steht und mit dem man sich gutgelaunt die Bälle zuwirft."<br />Solange ich das nicht auf die Reihe kriegte, blieb ich ein Trinker, ein Kiffer, ein Junkie, ein verdammter Tunichtgut, der ab und an ein paar zornige Zeilen aufs Papier brachte, wenn ihm die Frau weglief. Mehr nicht.</i><br /><br />Das mit den Frauen kenn ich. Und das mit dem Trinken. <br />Und ein Tunichtgut bin ich auch. <br />Ich mag den Glumm.<br /><br />]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 23:29:47 +0000</pubDate>
    </item>
    


    <item>
    <title>Nr 39</title>    
   
  
    <description><![CDATA[
    
     ich, märz 2009<br><br>
    

   Zweifeln ist meine Lieblingsspeise. <br />Ich krieg nicht genug von ihr. <br />Und das allerschlimmste: sie macht nicht satt.<br /><br />--<br /><br />Als Stewart nicht mehr so sein wollte, wie er war, beschloss er sich zu ändern. Er ging nach Hause und legte sich in sein Bett. Mit dem nächsten Morgen, so beschloss er, würde er sein restliches Leben als neuer Mensch beschreiten.<br /><br />Als er am nächsten Tag die Menschen freundlich grüßte, erntete er lediglich abfällige Blicke. Er versuchte mit Hilfsbereitschaft andere zu unterstützen, aber auch dort stieß er auf kalte Ablehnung. Nicht einmal die Bedürftigen interessierten sich für sein Mitleid.<br /><br />Nach zwei Tagen beschloss Stewart, wieder so zu sein wie früher. Denn als einer von ihnen lebt sich das Leben viel leichter. <br /><br />Nach einem Jahr erinnerte sich Stewart an seinen zweitägigen Lebensabschnitt und lächelte müde. Ein junger Mann lief an ihm vorbei und nickte ihm freundlich zu. Das erinnerte Stewart noch stärker an seinen gescheiterten Versuch und er blickte dem jungen Mann traurig ins Gesicht. Aufgrund Stewarts Reaktion beschloss sich dieser kurzerhand nicht mehr freundlich zu sein und ging mit leerem Gesicht die Straße weiter.<br /><br />Möchte sagen: Bitterkeit ist stets unser gemeinsamer Nenner.<br /><br />--<br /><br />Ich verliere mich ständig in diesen Frauen und komme immer noch zerfallener zurück. Da wird nicht mehr viel von mir übrig sein, wenn die Richtige dann vor mir steht.<br /><br />--<br /><br />Die Zeit vor und nach der Liebe ist die Zeit des Schaffens. Realistisch gesehen sollte man niemals Liebe finden, denn nur ohne sie ist man eine kreierende Persönlichkeit. Mit ihr wird man nur faul und träge, beinahe lethargisch.]]>
    </description>
    <dc:creator>stefan hagspiel</dc:creator>
<pubDate>Wed, 11 Mar 2009 08:18:40 +0000</pubDate>
    </item>
    

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